Der Übergang von der eurocheque- und ATM-Karte zur globalen Debitkarte

Aus den beiden Ursprüngen und den unterschiedlichen Kreditkarten-Klonen mit sofortiger Abbuchung vom Girokonto/Cheque Account entstand ein breite Auswahl an Debitkarten.

Die ehemaligen eurocheque Karten behielten nach der Einstellung des eurocheque Services Ende 2001 nur die ATM+POS Funktion. Schon damals war die Mehrheit der 72 Millionen eurocheque Karten mit dem Maestro Logo versehen. Mit ihnnen konnten Kartenbesitzer mit Karte und PIN weltweit zahlen und Bargeld beziehen. Einige dieser Karten besitzen neben der nationalen Debit-Funktion für Transaktionen innerhalb des jeweiligne Landes die Maestro-Funktion für grenzüberschreitende Transaktionen. Ein anderer Teil der Karten benutzt das Maestro Logo auch als Domestic Brand.

So wie in den USA gab es auch in Europa reine ATM- und zu einem späteren Zeitpunkt ATM+POS Karten. Diese waren in der Regel für nationale/institutsspezifische Geldautomatennetze- und POS-Zahlungssysteme bestimmt. Um eine breiter Anwendung zu erzielen, wurden an den Karten die Debit Logos internationaler Kartenorganisationen angebracht. So gewannen Maestro und Visa zusátzliche Karten. Die am meisten verwendete Visa-Debitkarte ist die Visa Electron. Dieses Online-Debitprodukt basiert auf Unterschrift bei POS-Zahlungen und PIN bei Bargelbezügen an Geldautomaten.

In den USA nahm die Nutzung von ATM+POS-Karten infolge der zunehmender Konzentration der Switches zu. Sie wurden von fast jedem Geldinstitut ausgegeben. Diese Karten haben oft mehrere Switch-Logos for den Fall, dass ein Geldinstitut nicht nur in einer Region Privatkundengeschäft betreibt.

Die ehemaligen Switches Honor, Mac und Cash Station wurden in den größten Switch, Star integriert. NYCE, ein großer, im Osten der USA aktiver Switch wird in Kürze auch ein Teil des dominanten Switches Star werden. Concord EFS wurde von FDC, einer der größten Provider von Kreditkarten-Vertragsunternehmensservices der USA übernommen.

Mit dem Boom der Kreditkartengeschäfts gelangten die Banken zu der Schlussfolgerung, dass auf der Grundlage der Kartenabwicklung am POS nach den Regeln von MasterCard und Visa es sinnvoll ist Kunden, die, aufgrund ihrer mangelhaften Bonität keine Kreditkarte erhalten können und nicht an einem Revolving Credit interessiert sind, eine alternative Lösung zu bieten. Dies zeigte sich in Form von Debitkarten, bei denen die direkte Belastung des Cheque Accounts vorgenommen wird. MasterCard MasterMoney oder Visa ChequeCard werden bei allen MasterCard- oder Visa-Vertragspartnern mit POS-Terminals als bargeldloses Zahlungsmittel anerkannt. Alle Transaktionen erfolgen nachdem die kartenausgebende Bank die Autorisation erteilt hat. Wie bei Kreditkarten wird die Datenübertragung für das Clearing und Settlement erst danach vorgenommen. Für die Cardholder Verification wird am POS, wie bei Kreditkarten, die Unterschrift des Kartenbesitzers benötigt. In der Regel sind diese Debitkarten mit dem MasterCArd oder Visa-Logo auch mit dem Logo eines der großen Switches versehen. Dies ermöglicht bei der Transaktion am POS die Wahl zwischen einer MasterCard- oder Visa-Transaktion mit Unterschrift oder einer Switch-Transaktion mit PIN, falls das Unternehmen beide Zahlungsmöglichkeiten anbietet.Wenn das Handels- oder Dienstleistungsunternehmen nur eines der beiden Zahlungsmöglichkeiten vorsieht, dann wird die POS Transaktion über dieses Verfahren abgewickelt. Im Fall von ATM Transaktionen ist das Routing (und damit auch das Clearing und Settlement) zum jeweiligen Switch primär und zu MasterCard und Visa sekundär.

Maestro und Visa Electron, die zur Zeit weltweit größten Debitkartensysteme versuchen derzeit am schnell wachsenden Debitkartenmarkt zu teil zu nehmen.

Sie haben folgende Zielsetzungen:

  • 1. In den Ländern wo es bereits lokale/regionale/nationale Debitkartensysteme gibt, diese in ihre Systeme einzugliedern
  • 2. Die Schaffung einer Debitkartenbasis durch Kartenausgabe via Mitgliedsbanken in den Ländern, wo Debitkarten noch nicht allzu verbreitet sind.

Mit der Zeit wird die Akzeptanz der Debitkarten immer mehr ausgedehnt. Maestro und Visa Electron bemühen sich die weltweite Akzeptanz durch Übereinkommen mit Vertragsunternehmen mit entsprechenden POS-Terminals zu sichern.

Die Anzahl der Debitkarten erhöhte sich im Laufe der Jahre auf 1,9 Mrd (Stand Ende 2002). Ein Großteil davon sind Domestic Debitcards. Aufgrund von Express Ratings wird damit gerechnet, dass es bis Ende des Jahres 2010 die Anzahl der Debitkarten weltweit auf rund 5,0 Mrd. ansteigen wird. Gleichzeitig wird es zu einem Anstieg der Anzahl von Kreditkarten kommen: von 2,4 Mrd. (Ende 2002) auf 3,7 Mrd. (Ende 2010). Das bedeutet, dass in diesem Zeitraum sich der Anteil der Debitkarten zum Anteil der Kreditkarten von 44 Debitkarten zu 58 Kreditkarten auf 57 Debitkarten zu 43 Kreditkarten verschieben wird. Das größte Wachstum wird sich in Russland, Asien, Lateinamerika, Afrika und im Nahen Osten ereignen.

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