Geschichte der Kreditkarte
Die Geschichte der Kreditkarte beginnt in den USA. Dort gab es die ersten Kreditkarten schon seit 1984. Begonnen wurde das Kreditkartengeschäft zuerst von Hotels. Später stoßen weitere Branchen hinzu: in den zwanziger Jahren Mineralölkonzerne und Kaufhausgesellschaften, seit 1945 Restaurantenketten und Fluglinien. Diese Kundenkreditkarten (heute Spezialkreditkarten oder auf Englisch Proprietary Credit Cards genannt) konnten ausschließlich bei dem herausgebenden Unternehmen eingesetzt werden. Durch sie sollte die Zahlung erleichtert und die Firmentreue gefestigt werden.
Die echten Kreditkarten (Universalkreditkarten, General Purpose Credit Cards) erschienen erst später, ebenfalls in den USA. Diese Kreditkarten erhalten nur Kunden mit entsprechender Bonität und werden nicht nur bei einem, sondern bei allen Unternehmen akzeptiert, die einen Akzeptanzvertrag für die jeweilige Kreditkarte unterschrieben haben.
Die erste Universalkreditkarte wurde 1950 von Diners Club herausgegeben. Wie der Name andeutet, erhielten so eine Karte nur Clubmitglieder - Freunde und Bekannte der zwei Gründer Frank MacNamara und Ralph E. Schneider. Die Akzeptanz der Diners Club Kreditkarte war sehr begrenzt – sie konnte lediglich in ausgewählten New Yorker Restaurants zum Speisen auf Kredit eingesetzt werden.
Die nächste Universalkreditkarte war die der Franklin National Bank von Rockville Center auf Long Island im Staate New York. Sie war ab 1951 erhältlich.
Die Differenzierung zwischen Travel- & Entertainment-Kreditkarten und Bankkreditkarten fand nach der Ausgabe der zwei oben genannten Universalkreditkarten statt. Alle Travel- & Entertainment-Kreditkarten haben ihren Ursprung in der Diners Club Kreditkarte und alle Bankkreditkarten gehen auf die Franklin National Bank zurück.
Travel- & Entertainment-Kreditkarten sowie Firmenkreditkarten wurden mit der Grundidee herausgegeben die Bedürfnisse der geschäftlich und privaten Vielreisenden zu befriedigen. Diese Karten kamen vor allem im Umfeld der Reisebranche (in Hotels, Restaurants, bei Mietwagengesellschaften und Fluglinien) zum Einsatz.
Dank der Tatsache, dass Diners Club jahrelang alleine in diesem Geschäftsfeld tätig wär, verlief die Expansion auf nationaler und später auf internationaler Ebene schnell und problemlos. Ein großer Schritt war die Gründung der Diners Club Great Britain 1952, wodurch Diners Club zur ersten international einsetzbaren Kreditkarte wurde. Ab 1954 waren Diners Club Kreditkarten auch in Frankreich und Spanien, ab 1955 in Mexico, ab 1956 in der Schweiz, Deutschland, Australien und Brasilien, ab 1957 in den Benelux-Ländern und ab 1958 in Italien einsetzbar.
Die zweite Travel- & Entertainment-Kreditkarte war die ab dem 1. Oktober 1958 erhältliche American Express Card. Die Diners Club wurde innerhalb eines kurzen Zetraums nach Karten-, Vertragspartner- und Umsatzzahlen überholt.
Bankkreditkarten sollten im Konsumentenkreditgeschäft eingesetzt werden. Eine der beiden großen Bankkreditkarten, die MasterCard gibt es seit 1966. Sie wird seit 1968 auch in Europa herausgegeben. Die Visa Card hat ihren Ursprung in der BankAmericard der Bank of America (erhältlich seit 1958).
Die Kreditkartenorganisation Japan Credit Bureau entschied sich 1981 ihre JBC Card international anzubieten. Heute ist die JBC weltweit vertreten, allerdings in den meisten Ländern nur bei Vertragspartnern wo es viele japanische Kunden gibt.