Historische Debitkarten

1. Die EC-Karte

Bei den Debitkarten von deutschen Kreditinstituten handelt es sich in den meisten Fällen um kombinierte ec-/Maestro-Karten, wobei "ec" nicht mehr die Abkürzung für „eurocheque“ ist, sondern für das deutsche electronic-cash-System. Ein Großteil der Geschäfte in Deutschland (fast alle Tankstellen und Supermärkte) akzeptieren auschließlich electronic cash (oder ELV/POZ), aber nicht Maestro. Deutsche Kunden achten nicht so sehr darauf da ihre Karten sowieso immer mit dem Maestro- und electronic-cash-Logo versehen sind. Kunden mit ausländischen Maestro-Karten müssen jedoch damit rechnen, dass ihre Karten in manchen Geschäften nicht akzeptiert werden.

2. Die Geldkarte der DDR

Mitte der 1980er Jahre begann man in Deutschland mit dem Aufbau eines elektronischen Scheckkartensystems. Jeder, der ein Girokonto besaß konnte eine Geldkarte beantragen und im Rahmen seines Kontoguthabens an allen Geldautomaten des Landes gebührenfrei Geld abheben. Damals gab es keien Überziehungskredite. Der Unterschied zur heutigen ec-Karte lag darin, dass der Kunde nicht auf der Karte, sondern auf dem Antrag unterschrieb. So konnte die Unterschrift nicht verwischen und man konnte sie auch nicht fälschen. Auf dem Antrag wurde auch mit einem Passbild versehen. Somit war der Antrag auch das eigentliche „Rohling“ für die Karte. Der Kunde konnte sich beim Kartenantrag auch seine PIN aussuchen. Die Geheimzahl wurde über eine Nummern-Tastatur eingegeben und codiert mit einer Diskette dem Antrag beigefügt. Die Karte enthielt neben dem Namen und der Kontonummer auch die Personenkennzahl des Karteninhabers. Das Netz der Geldautomaten war bis zum Ende der DDR nicht sehr dicht, deswegen wurde dieses System nur in größeren Städten verwendet.

Als die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion mit der Bundesrepublik Deutschland in Kraft trat, wurden die Geldautomaten auf die Ausgabe von DM umgestellt, jedoch gab es eher wenige Geldautomaten, die mit DM funktionsfähig waren. Der Grund dafür lag darin, dass Bargeldbeschaffung in dieser Zeit recht schwierig war. Schecks waren in der DDR zwar ein weit verbreitetetes und sicheres Zahlungsmittel, doch sie konnten weder vor noch nach Inkrafttreten der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion in der Bundesrepublik Deutschland eingelöst werden. Die Geldkarte war in der Bundesrepublik wertlos und die Ausgabe von EC-Karten und die Aufstellung der entsprechenden Geldautomaten war ein Ziel, das nur schrittweise verwirklicht werden konnte.