Kundenkarte
Kundenkarten werden von Unternehmen ausgegeben um Kundenbindung zu schaffen. Sie sind entweder personalisiert oder übertragbar. Dem Kunden wird beim Beitritt eine Karte aus Kunststoff oder Papier ausgestellt, die oft mit einem Magnetenstreifen mit hinterlegten Daten versehen ist.
Schätzungen zufolge besitzen in den Vereinigten Staaten mehr als 70 Prozent der Haushalte eine Kundenkarte eines Supermarktes, in den Niederlanden liegt dieser Wert bei 80%. In Deutschland besitzen 60 Prozent der Haushalte eine Payback-Karte.
Funktionsweise
Unternehmen bieten ihren Kunden Kundenkarten an, um sie für längere Zeit an sich zu binden, das Kaufverhalten zu studieren und durch die gespeicherten Transaktionsdaten Kundenprofile zu erstellen. Kunden die eine solche Karte besitzen profitieren von geldwerten Vorteilen, Zusatzleistungen oder anderen Vergünstigungen. Der so vermittelte „Spareffekt“ bringt den Kunden dazu auch in Zukunft im jeweiligen Supermarkt einzukaufen bzw. die Dienstleistungen des Unternehmens in Anspruch zu nehmen.
Kritik
Als Nachteil der Kundenkarten gilt, dass sie neben der Kundenbindung eine Überwachung und Auswertung der Einkaufs- und Konsumgewohnheiten des Kunden bezwecken. Erschwert wird das Problem dadurch, dass häufig verschiedene Firmen aus verschiedenen Handelsbereichen eine gemeinsame Kundenkarte anbieten und so eine gemeinsame Datenbank führen. Bei häufiger Benutzung einer Kundenkarte kann auch ein Bewegungsprofil angelegt werden.
Arten von Kundenkarten
Es gibt verschiedene Arten von Kundenkarten. Ihre Bezeichnung richtet sich danach ob sie eine oder mehrere Funktionen haben.
- Bonuskarten, zum Beispiel Vielfliegerprogramme der Fluggesellschaften und deren Allianzen, die Programme der Hotelketten oder die Kundenkarten des Handels. Bei den folgenden Beispielen bezieht sich die Prozentzahl auf die Verbreitung in deutschen Privathaushalten 2008 laut einer GfK-Untersuchung von Payback:
- Payback 59,5%
- HappyDigits 42,8%
- DeutschlandCard 13,7%
- Shell ClubSmart 11,0%
- BSW. Der BonusClub
- Südbest (Wird zum 31. Dezember 2009 eingestellt)
- Mittelstandskundenkarten
- Vielfliegerprogramme (z. B. Miles & More von der Lufthansa in 9,5 % der deutschen Haushalte oder bluemiles von der TUIfly) beziehungsweise Vielfahrerprogramme (z. B. Bahn.comfort und Bahn.bonus der DB AG oder ÖBB club&bonus der ÖBB)
- RegioKarten, Zusammenschluss mehrerer Unternehmen vor Ort wie z.B. Werbegemeinschaften, die eine gemeinsame Kundenkarte anbieten
- Zugangskarten, z.B. für automatische Videotheken oder Telefongesellschaften (z. B. GlobalOne) oder SIM-Karte
- Kundenkarten mit Zahlungsfunktion, z.B. Kreditkarten von Fluggesellschaften, die gleichzeitig Kundenkarten sind
- Kundenkarten mit Direktvorteil. Beim Kauf wird ein bestimmter Prozentsatz oder Betrag von der Kaufsumme abgezogen (z. B. CityPower-Card regionaler Energiedienstleister)