Prepaid Kreditkarten

Prepaid Kreditkarten sind Kreditkarten, bei denen Zahlungen nicht auf Kredit-, sondern auf Guthabensbasis abgewickelt werden. Der zu bezahlende Betrag wird aus einem vorher bezahlten Guthaben abgezogen, es handelt sich also um eine Guthabenkarte, nicht um eine Kreditkarte im engen Sinne. Es liegt ihnen also das gleiche prepaid-Prinzip zugrunde, das den meisten Menschen von Handys her bekannt ist.

Prepaid Kreditkarten werden in Deutschland erst seit wenigen Jahren von den deutschen Banken angeboten. Zuvor wurde das Produkt von deutschen Interessenten aus anderen Ländern besorgt, in welchen die Prepaid Kreditkarte bereits länger als gängiges Zahlungsmittel galt. Eine Zeitlang gab es die sogenannte Eypocard, ein Produkt der ehemaligen Firma Eypo AG, die Debitkarten von Banken aus Estland mit verschiedenen Qualitäten (sprich: mit oder ohne CVV Code) für dreistellige Kaufpreise, übertrieben hohe Zinden und Gebühren anbot. An diesen Produkten waren zumeist Privatpersonen phne Einkommen oder schlechter Bonität interessiert.

Die deutsche Prepaid Kreditkarte machte diesen unseriösen Geschäften ein Ende. Es entstand jedoch das Gerücht, dass die Prepaid Kreditkarte ein Produkt für erwerbslose und hoch verschuldete Verbraucher ohne Chance auf Erhalt einer "gewöhnlichen" Kreditkarte sei.

Prepaid Kreditkarten in Form von Mastercard oder VISA-Karten kann man u. a. von der Landesbank Berlin, der Schwäbischen Bank und der WireCard Bank erhalten. Die Konditionen und Zahlungsmöglichkeiten der Produkte unterscheiden sich. Die laufenden Kosten halten sich in Grenzen: Durchschnittlich 30-50 EUR Jahresgebühr, keine Aufladegebühren, Einzahlungen auf ein deutsches Konto sind möglich.

Da die Kreditkarte auf Guthabenbasis geführt wird, ist es unmöglich das Konto zu überziehen. Vor allem im Zeitalter des Internetshoppings und Datenklau ist diese Variante eine sichere Alternative, da mit dieser Karte niemals über die eigenen Verhältnisse eingekauft werden kann. Dieser Aspekt ist auf für Eltern interessant, die aus verschiedenen Gründen eine Kreditkarte für ihre Kinder in Betracht ziehen.

Die Karten sind nicht mit einer Hochprägung versehen und können nur an solchen Kreditkartenakzeptanzstellen verwendet werden, die online angebunden sind. Ausserdem sind sie mit einem Vermerk „Electronic use only“ versehen.

Der Nachteil dieser Karten sind in einigen Fällen die Gebühren. Bei einigen Anbieter muss man bei jeder Transaktion eine Gebühr zahlen. Einige Anbieter verlangen 1 Euro für das Aufladen der Karte und für die Benutzung nochmals 1 Euro, oder 1,5 % des Umsatzes. Bei einigen Banken sind auch Modelle nur mit einer einmaligen Jahresgebühr im Angebot. Auch dort muss man sich auf Gebühren für bestimmte Dienstleistungen, wie Bargeldbezug am Automaten gefasst machen. Für das Benutzen oder das Aufladen der Karte wird nichts berechnet.

Bei der Genehmigung von Prepaid Kreditkarten spielt die Schufaauskunft und das Einkommensnachweis keine Rolle, was ur Folge hat, dass das eigene Schufakonto nicht belastet wird. Um sich ein Bild von den Vorteilen verschiedener Prepaid Karten zu machen, ist ein Vergleich der Anbieter empfohlen.