US – amerikanischer Ursprung - ATM-Karte
Gleichzeitig mit der Einführung der Geldautomaten in den USA, wurden in den 1970er Jahren die ersten ATM (Automatic Teller Machines) Karten ausgegeben. Mit ihnen konnte der Karteninhaber mit Hilfe eines PINs Banlnoten aus Geldautomaten beziehen. Ursprünglich wurden sie ausschließlich von Geldinstituten für ihre eigenen Kunden ausgegeben und waren nur für die Nutzung an den eigenen Geldautomaten bestimmt. Die verwendete Summe wurde dem Cheque Account des Kunden belastet. Diese ATM Karten waren also typische Debitkarten.
Die Fragmentierung des US-Bankensystems, die zunehmende Mobilität der Kunden und die hohen Kosten der Errichtung und des Betriebs derartiger Geldautomatensysteme hatte die Bildung von Gemeinschaftsunternehmen zur Folge. Diese wickelten ATM Transaktionen über ihre Electronic Funds Transfer (EFT) Networks technisch ab (Switches). Auf den Geldautomaten und den ATM-Karten der beteiligten Geldinstitute wurde das Logo des jeweiligen EFT Networks angebracht. So wurde es für Kartenbesitzer möglich ihre ATM Karten auch an Geldautomaten anderer Geldinstitute zu benutzen.
Nachdem der Bargeldbezug an Geldautomaten mit Karte und PIN schon zum Alltag gehörte, bargeldlose Zahlungen nach dem gleichen Verfahren an POS-Terminals möglich wurden und die Nutzung bankbezogener und lokaler POS-Systeme wegen mangelnder Frequenz abnahm, übergingen diese Verfahren auch in den Aufgabenbereich der regionalen, bankneutralen und interoperablen ATM-Switches. Die Übernahme dieser Funktionen führte zur Schaffung umfassender EFTPOS Networks mit Single Messaging (Autorisierung und Clearing in einer Überweisung). Anstatt der Abbuchung wegen einer ATM-Zahlung, erfolgt die Abbuchung wegen eines POS-Bargeldbezugs.
Die Karten die für POS-Transaktionen innerhalb des EFTPOS Networks verwendet werden, obwohl es heute mehr POS- als ATM-Transaktionen gibt, werden immer noch ATM-Karten genannt. Die Transaktion am POS kann auf zwei Wegen erfolgen: mit Unterschrift (Clearing und Settlement via MasterCard oder Visa) oder mit PIN (Clearing und Settlement via Switch). Falls das Unternehmen beide Möglichkeiten anbietet, kann sich der Karteninhaber zwischen ihnen frei entscheiden. Wenn nur eine der Zahlungsmöglichkeiten verfügbar ist, erfolgt die POS-Überweisung über dieses Verfahren. Bei ATM-Transaktionen wird das Routing und somit das Clearing und Settlement – solange die Überweisung an einem ATM durchgeführt wird, das an den auf der Karte angeführten Switch angebunden ist - über den Switch abgewickelt. Außerhalb dieses Bereiches ist die Überweisung eine MasterCard oder Visa-Bargeldbehebung.
Für PIN-basierte POS-Transaktionen werden dem Vertragsunternehmen geringere Entgelte verrechnet als für die Akzeptanz von Kreditkarten. Der Grund dafür liegt darin, dass POS-Transaktionen mit Debitkarten günstiger zu verarbeiten sind und niedrigere Risiken mit sich brachten als jene der unterschriftsbasierenden Kreditkartentransaktionen bei Handels- und Servicebetrieben. Trotz der Vorteile gewöhnten sich die Amerikaner nur sehr schwer an diese Form der Kartentransaktionen.
Debitkarten wurden viele Jahre lang vornehmend von Lebensmitteleinzelhandelsfilialen und Tankstellen akzeptiert. Erst Mitte der neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts begann sich der Akzeptanzbereich von POS-Terminals mit PIN Pad auf alle Branchen auszubreiten. Heute werden PIN-Transaktionen bei einer Vielzahl von Unternehmen in unterschiedlichen Branchen akzeptiert. Der Grund dafür lag darin, dass POS-Terminals mit PIN Pad zunehmend günstiger wurden. Diese Entwicklung machte die Anschaffung aufgrund der Unterschiede der niedrigen Debitkartenentgelte im Vergleich zu den höheren Kreditkartenentgelten kaufmännisch sinnvoll. Es ist höchst wahrscheinlich, dass in der Zukunft an allen Terminals in den USA unterschriftsbasierende Transaktionen (vorwiegend mit Kreditkarten) und PIN-basierende Transaktionen (vorwiegend mit Debitkarten) vorgenommen werden können.
Die Entwicklung der EFTPOS Networks, die bis Mitte der 90er Jahre PIN-Transaktionen mit den Karten ihrer Gesellschafter abwickelten in Richtung Konsolidierung brachte bis dahin für unmöglich gehaltene Vorteile. Durch diese Fusionen wollte man mehr Transaktionen und niedrigere Abwicklungskosten erzielen. Hinzu kommt, dass die meisten Gesellschaftsbanken ihre Beteiligungen an den EFTPOS Networks aufgaben. Somit übernahmen die Nichtbanken die Kontrolle.
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